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Aktion Zwerggans in den Medien

Zwerggans muss weiter auf Rettung warten

07.05.07

Im letzten Jahr musste das Projekt zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Zwerggans wegen des Auftretens der Vogelgrippe vorläufig gestoppt werden. Nun standen alle Zeichen auf Grün: Im Mai sollten die ersten Küken schlüpfen und für August war die Reise der von Ultraleichtflugzeugen angeführten Zwerggänse von Schweden an den Niederrhein geplant. Doch Einsprüche aus Finnland und Norwegen führten zu einem erneuten Stopp des innovativen Artenschutzprojektes.

Zwerggans

Trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen ist die skandinavische Population der Zwerggans vom Aussterben bedroht. Von ehemals über 10.000 Gänsen sind inzwischen nur noch wenige Brutpaare übrig geblieben. Hauptgrund für diesen Rückgang ist die illegale Jagd, der die Zwerggänse auf ihren Flügen aus den nordeuropäischen Brutregionen in die Überwinterungsgebiete in Osteuropa ausgesetzt sind.

Zwerggans-Projekt

Seit über sechs Jahren laufen die Vorbereitungen zu einem ehrgeizigen Projekt zur Rettung der Zwerggans: Mit Hilfe von Ultraleichtflugzeugen soll jungen Zwerggänsen eine alte, heute weitgehend sichere Zugroute von ihrem Sommerquartier in ein Überwinterungsgebiet am Niederrhein gezeigt werden. Dabei nutzt man die Besonderheit, dass, anders als bei Singvögeln, die Zugroute bei Gänsen nicht angeboren ist. Gänse lernen den Weg in das Winterquartier auf dem ersten Flug mit ihren Eltern.

In diese „Elternrolle“ schlüpfen die Piloten der Ultraleichtflugzeuge und zeigen den jungen Gänsen den Weg aus dem nordschwedischen Lappland bis auf die Bislicher Insel am Niederrhein. Dort werden die Gänse dann ausgewildert und fliegen im nächsten Frühjahr wieder selbständig zurück in ihr Brutgebiet nach Lappland. Mit dieser Methode könnte innerhalb eines überschaubaren Zeitraums eine überlebensfähige Population skandinavischer Zwerggänse aufgebaut werden.

Vorbereitungen abgeschlossen

Nachdem das Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland und anderen europäischen Ländern im letzten Jahr zu einem vorläufigen Projektstopp geführt hatte, standen zu Beginn dieses Jahres alle Signale auf Grün: Die entscheidenden Genehmigungen waren erteilt und die Ultraleichtflugzeuge gekauft. Die ehrenamtlich engagierten Piloten und Betreuer hatten verbindliche Absprachen mit ihren Arbeitgebern getroffen, um ab Mai die „Elternrolle“ für die jungen Zwerggänse zu übernehmen. Die für August/September vorgesehene Reise von Lappland an den Niederrhein sollte von einem Kamerateam begleitet werden, die ARD plante Live-Übertragungen.

Internationale Koordination

Da es sich bei der Zwerggans um einen Zugvogel handelt, der durch internationale Abkommen unter besonderen Schutz gestellt ist, ist es erstrebenswert, Schutzmaßnahmen wie das Zwerggans-Projekt international abzustimmen und mit den anderen Schutzbemühungen abzugleichen. Im Fall der Zwerggans werden die internationalen Schutzbemühungen vom Sekretariat des Internationalen Artenschutz-Übereinkommens „African-Eurasian Waterbird Agreement“ (AEWA) der Vereinten Nationen koordiniert. Die verschiedenen Schutzmaßnahmen sollen in der aktuellen Version eines Internationalen Aktionsplans für die Zwerggans zusammengefasst werden.

Einspruch aus Finnland und Norwegen

Anfang des Jahres hat das AEWA-Sekretariat mit den Umweltministerien der Länder Finnland, Schweden, Norwegen und Deutschland über den Entwurf des Internationalen Aktionsplans für die Zwerggans beraten. Im Rahmen dieses Abstimmungsprozesses sprachen sich die Umweltministerien Finnlands und Norwegens gegen einen Start des Zwerggans-Projektes in diesem Jahr aus.

Nach Auffassung beider Umweltministerien sind die für das Projekt vorgesehenen Zwerggänse genetisch nicht für die Auswilderung geeignet. Eine zu dem gegenteiligen Ergebnis kommende wissenschaftliche Untersuchung des renommierten Genetikers Prof. Dr. Michael Wink von der Universität Heidelberg wird von den Ministerien und dem AEWA-Sekretariat noch nicht anerkannt, da sie bisher noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern geprüft und publiziert ist.

Internationale Verpflichtungen

Als Unterzeichnerstaat der Bonner Konvention (Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten) und des AEWA hat Deutschland Interesse daran, dass ein allgemein anerkannter Internationaler Aktionsplan für die Zwerggans zustande kommt. Um dessen Fertigstellung nicht zu gefährden, wurden die Träger des Zwerggans-Projektes vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gebeten, den für dieses Jahr geplanten Erstflug bis zur Klärung der auf die Genetik bezogenen Vorbehalte zu verschieben.

Verschiebung

Nach langer Diskussion haben der Verein „Aktion Zwerggans e.V.“ als Projektträger, der Deutsche Aero Club als Initiator und ideeller Träger und die Allianz Umweltstiftung als Hauptförderer in Abstimmung mit den Projektpartnern beschlossen, der Bitte des BMU zu entsprechen und den Erstflug des Zwerggans-Projektes zu verschieben, bis alle die Genetik betreffenden Fragen geklärt sind. Zur Klärung dieser Fragen soll eine internationale Kommission gegründet werden, in der neben Vertretern aus den Umweltministerien Finnlands, Norwegens, Schwedens und Deutschlands als Repräsentant des Projektteams auch die Aktion Zwerggans e.V. vertreten sein wird.


070507_Presseinfo_AktionZwerggans [33 kB, PDF]
070508_Presseinfo_AktionZwerggans [29 kB, PDF] (Hintergrundinformationen)



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